Wasserzweckverband beschließt wichtige Investitionen und günstigen Stromvertrag

Neue Wasserleitungen in Pfaffenberg und zum Hochbehälter Postau

In der letzten Sitzung des Werkausschusses standen mehrere zukunftsweisende Entscheidungen für den Wasserzweckverband Mallersdorf auf der Tagesordnung. Neben der langfristigen Sicherung günstiger Strompreise wurden Investitionen in die Wasserversorgung und Satzungsänderungen beschlossen und verschiedene Bauaufträge vergeben. Sämtliche Beschlüsse waren einstimmig.

Ein zentrales Thema war die Genehmigung des Stromlieferungsvertrags für die Jahre 2028 und 2029. Nachdem bereits 2024 die Stadtwerke Dingolfing den Zuschlag für die Stromlieferung 2026/2027 erhalten hatten, konnte nun erneut ein günstiger Vertrag abgeschlossen werden. Der reine Strombezugspreis ohne gesetzliche Umlagen und Steuern liegt 2028 bei 7,98 Cent pro Kilowattstunde und 2029 bei 7,74 Cent. Damit unterschreitet der Verband die Marke von acht Cent, die in der Verbandsversammlung 2025 als Zielwert festgelegt worden war. Werkleiter Ludwig Sigl hatte mit diesem Zielwert die Vollmacht erhalten, bei entsprechend günstigen Marktbedingungen an der Strombörse einzukaufen. Kurz nach Vertragsabschluss Ende Februar 2026 stiegen dann die Strompreise infolge der militärischen Eskalation im Nahen Osten wieder an. Der Werkausschuss wertete die frühzeitige Vertragsverlängerung deshalb als sehr wirtschaftlich und vorteilhaft.

Die derzeit laufende Sanierung des Hochbehälters Hainkirchen ist ein wichtiges Projekt für die zentrale Versorgung des Verbandsgebietes. Bei Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro soll jetzt das Gewerk für „Edelstahlauskleidung und hydraulische Anlage“ in Höhe von rund 605.000 Euro aus der allgemeinen Rücklage finanziert werden. Damit können Kredite mit zusätzlicher Zinsbelastung vermieden werden.

Ebenfalls beschlossen wurde eine Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung. Hintergrund sind Vorgaben des Bayerischen Innenministeriums nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes vom Herbst 2025. Unter anderem werden kaum noch genutzte Regelungen zur Nacherhebung von Grundstücksanschlusskosten gestrichen. Außerdem werden künftig Bruttogebühren einschließlich Umsatzsteuer in der Beitrags- und Gebührensatzung ausgewiesen, um den Anforderungen der Preisangabenverordnung zu entsprechen.

Im Bereich der Infrastruktur genehmigte der Werkausschuss die Vergabe der Erdarbeiten für den Wasserleitungsbau im Baugebiet „Aufeld“ in Hirschling, wo 8 Parzellen entstehen. Den Zuschlag erhielt die STRABAG AG aus Straubing mit einer Auftragssumme von rund 62.000 Euro für die Wasserleitung. Die Arbeiten führen die Techniker des Verbandes aus, auch das Material wird selbst eingekauft.

Unter den weiteren Informationen berichtete Verbandsvorsitzender Karl Wellenhofer über den aktuellen Baustand bei der Sanierung des Hochbehälters Hainkirchen, wo die erste Wasserkammer mit 500 Kubikmeter Volumen bald fertig ist sowie über die laufende Wasserleitungsauswechslung in Geiselhöring, die im Juli abgeschlossen werden. Positiv fiel zudem die Mitteilung aus, dass der Verband für das Jahr 2025 eine Rückerstattung von Netznutzungsentgelten für den Strombezug in Höhe von insgesamt rund 77.000 Euro erhält. Grund dafür ist die erfolgreiche Umsetzung der Pumpenlaufzeiten außerhalb der Hochlastzeitfenster. Diese Erstattung ist vor allem auf das geschickte Steuern der Anlagen durch den techn. Leiter Martin Burgmeier und aller Techniker zurückzuführen, die Bereitschaftsdienst leisten und die Pumpenlaufzeiten in den Hochlastzeitfenstern überwachen.

Im nichtöffentlichen Teil wurden weitere Investitionen beschlossen. So erhält die Firma Fahrner aus Mallersdorf-Pfaffenberg den Auftrag zur Auswechslung der Wasserleitung in der Sack- und Ziegelgasse in Pfaffenberg mit einem Auftragswert von rund 630.000 Euro. Die Arbeiten beginnen im August, vorab werden die Hauseigentümer eigens informiert. Die Erneuerung der Fernleitung vom Abgabeschacht in Unterköllnbach zum Hochbehälter Postau wurde an die Fa. Guggenberger aus Mintraching mit einer Auftragssumme von ca. 320.000 Euro vergeben. Beide Angebote liegen im Bereich der Kostenberechnung der planenden Ingenieurbüros.

Viel Arbeit bekommt das techn. Personal mit der Auswechslung von rund 120 Armaturen in unterschiedlichen Schächten und Bauwerken im Verbandsgebiet. Dabei werden zusätzlich 35 elektronische Wasserzähler eingebaut und an das neue Leitsystem angeschlossen. Damit kann das gesamte Leitungsnetz permanent und detailliert überwacht werden, um so Rohrbrüche schneller zu erkennen und Wasserverluste zu verhindern. Die Kosten für die Formstücke, Schieber, Absperrklappen, Druckminderer, Wasserzähler etc. belaufen sich auf knapp 200.000 Euro.

Besonders erfreulich war schließlich die Entscheidung zur Übernahme zweier Auszubildender im technischen Bereich. Sowohl Johanna Ottl als auch Paul Margezeder, die in der Ausbildung sehr gute Leistungen gezeigt haben, sollen nach bestandener Abschlussprüfung als Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik übernommen werden.

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